Eitles Deutschland in Europa

„Ganz wird unsereins die Eitelkeit wohl nie los, aber man sollte wenigstens versuchen, sie mit der Zeit in würdigere Bahnen zu lenken.“ (Arthur Koestler, österreichischer Autor)

//creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de

Bild von jugendfotos.de, von tommy

Deutschland ist ein eitles Land: es muss sich nicht verteidigen, besteht aber trotzdem auf die Wehrpflicht.

Der Artikel 12a des Grundgesetzes besagt zwar: “Männer können vom vollendeten 18 Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.“ Diese Formulierung schreibt aber die Wehrpflicht nicht zwingend vor. So auch Roman Herzog, ehem. Verfassungsrichter und Bundespräsident: „Die Wehrpflicht ist ein so tiefer Eingriff in die individuelle Freiheit des jungen Bürgers, dass ihn der demokratische Rechtsstaat nur fordern darf, wenn es die äußere Sicherheit des Staates wirklich gebietet.“

Wegen der äußeren Sicherheit hält die Bundeswehr die allgemeine Wehrpflicht für unverzichtbar. Denn neben der Unterstützung bei Naturkatastrophen, Unglücksfällen und der Abwehr von Terrorismus, sorge sie für den Schutz Deutschlands vor Angriffen von Außen.

Die Statistik der Bundeswehr zeigt allerdings, dass nur ein Bruchteil der Soldaten tatsächlich eingesetzt wird. Von den rund 250.000 Beamten sind lediglich 7.300 Soldaten im Auslandseinsatz tätig. Die Bundeswehr könnte auf die derzeit 30.000 Wehrpflichtigen gut verzichten.

Natürlich würde die Abkehr von der allgemeinen Wehrpflicht bedeuten, dass auch der Zivi wegwfallen würde. Diese Lücke ließe sich aber mit freiwillig Sozialdienst-Leistenden (FSJ) füllen.

Zugegeben: die Terroristengefahr aus dem Ausland lässt sich nicht mit FSJ-Leistenden abwehren. Taliban, Al-Quaida und Co. stellen eine große Bedrohung dar, die bekämpft werden muss.

Die Bedrohung besteht aber nicht nur gegenüber Deutschland, sondern gegenüber ganz Europa. Deshalb sind eigene Armeen der einzelnen Staaten in der EU rein politische Machtmittel. Zur Verteidigung Europas wird eine europäische Armee benötigt.

Die Fraktionen sollten sich für diese Idee einsetzen und gemeinsame europäische Interessen vertreten.

Europa ist reif, nationale Eitelkeiten hinter sich zu lassen.


Von zwei magdeburger Melonen und einem knaggischem Münchner.

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