Simmerberg nach Bregenz

Laut Reiseführer heute 26,5 km und etwa 350 Höhenmeter. Es ist großartig: der Geruch vom Wald und dazu der Anblick von angezuckerten Fichten und Tannen, ein Trampelpfad bahnt sich den Weg von einer Kuhwiese zur nächsten, es tröpfeld leicht, der Schnee auf den Bäumen schmilzt. Auf mein Hirn wirkt all das wie ein Fehrnseher, der ein Programm sucht. Ein Bild nach dem anderem Fliegt an meinem geistigem Auge vorbei: Natürlich denk ich zuerst an Sex im Wald, dann fallen mir alle möglichen Lieder ein: Moorsoldaten, die Gedanken sind frei, Froh zu sein bedarf es wenig; dann denke ich an all die schönen Dinge, die ich mit viel Geld anstellen könnte. Schulen gründen, Jugendarbeit unterstützen, einen personal Trainer anstellen … Aus dem Wald rausgekommen, stehe ich auf einem weiten Feld und das erste was mir dazu einfällt ist: Haben Sie schonmal eine solche Weite gesehen? Ein Traum! Fünf Stunden später erreiche ich bei Dunkelheit die Pfänderbahn. Sechs Euro kostet die Fahrt ins Tal. Unten werde ich, ganz kostenlos, von Xenia abgeholt, die mich in ihrem VW-Caprio, Baujahr ’93 in eine bregenzer Altbauwohnung bringt. Während sie noch mit mir spricht und am Computer ein Konzept ausarbeitet, schlafe ich in voller Montur ein. Es ist 21 Uhr.

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6 Antworten to “Simmerberg nach Bregenz”

  1. Susan Says:

    Endlich unterwegs?! klingt super, grüss die Berge und Wälder von mir und viel Spass. MAD MAD MAD!

  2. Maria Says:

    Wahrscheinlich kennst Du das Gedicht, aber man sollte es eben auf jeder Reise (und alles ist eine Reise, also immer) dabeihaben. Wander für mich ein bisschen mit und grüß Camino!

    Two roads diverged in a yellow wood
    and sorry I could not travel both
    And be one traveller, long I stood
    and looked down one as far as I could
    to where it bent in the undergrowth;

    Then took the other, as just as fair,
    and having perhaps the better claim
    because it was grassy and wanted wear;
    though as for that, the passing there
    had worn them really about the same,

    And both that morning equally lay
    in leaves no feet had trodden black.
    Oh, I kept the first for another day!
    Yet knowing how way leads on to way,
    I doubted if I should ever come back.

    I shall be telling this with a sigh
    Somewhere ages and ages hence:
    Two roads diverged in a wood, and I —
    I took the one less travelled by,
    and that has made all the difference

    (Robert Frost)

  3. Maxi Says:

    A Hund bist scho, a verreckter.

    Weiter so!

  4. Rita Says:

    Hallo Pilger,
    schade, ich hatte gehofft Dich noch vor Deiner Abreise zu sehen, aber ich war halt einfach zu lange unterwegs…. Ich hab nicht all deine Einträge gelesen, aber schon mal dickes Kompliment an Dich. Ich bin ja eher eine Schön-Wetter-Pilgerin gewesen. Nur ein Regentag während der 6 Wochen … ich denk ich führ dass lieber nicht weiter aus… Aber ich beneid Dich, ich hab auch schon wieder Lust zu laufen, als Pilger hat man doch ein angenehmes Leben, die wichtigsten Fragen, die der Tag einem stellt sind, wieviel Km laufe ich heute, wo schlafe und was esse ich. Aber es sind auch wirklich viele hefftige Tage dabei, wo einem alles wehtut und wo nichts klappt und alles bescheiden ist, aber lass Dich da ja nicht unterkriegen, der nächste Tag ist dann wieder besser.
    Mich hat der Alltag wieder und es ist garnicht so einfach wieder zurück in die „Realität“ zu kommen.
    Geniesse jeden Tag, sei offen für Alles, übertreib nicht, mach alles in deinem Tempo. Wenn Du Lust hast zu schreiben, würde es mich sehr freuen und wenn Du dann Tipps für Spanien brauchst, helfe ich gerne weiter.
    Liebe Grüsse aus München RITA

  5. mama Says:

    Guten Morgen mein lieber,

    Also ich muss schon sagen :Ich bin wirklich sehr stolz auf dich!
    Mit den Füssen beten und dabei den Kopf frei machen…
    einen dicken Kuss; ich bin in gedanken immer dabei

  6. Sex und der Jakobsweg « WaldorfPatriot.blog Says:

    […] garniert mit Bestätigung und als Nachtisch einen Orgasmus.” So denke ich an Sex wenn ich im Wald die Liebe zur Natur spüre. Ich denke an Sex wenn ich einsam bin. Und ich denke an Sex wenn ich unausgelastet […]

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