Archive for the ‘Meinung’ Category

Sex und der Jakobsweg

20. Nov, 2008

Sex spielt für mich als Pilger eine erstaunlich große Rolle. Nicht weil ich soviel davon hätte, sondern gerade weil Sex nicht vorkommt, steht er stellvertretend für andere nicht gestillte Bedürfnisse. Ich bin mir zwar bewußt, das Sex hier nur kurzfristige Befriedigung bringen kann, jedoch mein Körper und mein Es sind da anders konditioniert.

Boys and men showing off

Dürfen Männer weich sein?

Die Konditionierung resultiert vor allem aus der praktischen Tatsache, dass Sex ein Weg ist an Liebe und Wärme zu kommen. Noch dazu einer, der dem archetypischen (und anachronistischen!) Bild eines Mannes entspricht. Denn hier kann Mann Wärme und Liebe bekommen und trotzdem männlich, dominant und all das sein, was angeblich Mann-sein ausmacht.

Männer kuscheln nicht einfach so. Dann wären sie nämlich weich, weibisch, schwul oder kindisch. Männer reissen Frauen auf. Dann sind sie cool, stark und unwiderstehlich.

Und das ist das Problem: durch dieses veraltete Rollenbild habe ich mich wohl so konditioniert, dass mein Körper denkt: „hier kriege ich schnell und (meist) unkompliziert eine kleine Portion Liebe, garniert mit Bestätigung und als Nachtisch einen Orgasmus.“ So denke ich an Sex wenn ich im Wald die Liebe zur Natur spüre. Ich denke an Sex wenn ich einsam bin. Und ich denke an Sex wenn ich unausgelastet bin.

Zurück zum Jakobsweg

Der Jakobsweg ist einsam. Jeder Fernwanderweg ist einsam. Denn man ist jeden Tag woanders und hat nie die Zeit die Menschen intensiver kennen zu lernen. Ich sehne mich nach körperlichen und geistigen Nähe. So telefoniere/chatte/emaile ich täglich nach Hause. Für das Bedürfnis nach Körperlichkeit gibt es allerdings keine virtuelle Lösung. Auch kenne ich meine GastgeberInnen zu kurz (um 18 Uhr ankommen, bis 24 Uhr Backgamon spielen), als dass Körperlichkeiten in der Luft läge.

Stärke und ihre Schwächen

Durch das wochenlange Laufen eines 20-Jährigen. Eines Jugendlichen/Mannes der sich in seinem besten Alter befindet, kommt dessen Körper zu ungewohnter Stärke. Ich bin also in den letzten Wochen zu einer für mich ungewöhnlichen Kondition gekommen. Das bewirkt, dass ich morgens um 7 loslaufen kann und um halb zwölf bereits 17 km und 600 Höhenmeter hinter mir habe. Außerdem abends viel weniger am Ende bin als noch am Anfang.
Gleichzeitig bewirkt diese Kondition, dass ich eine große Menge an Energie zur Verfügung habe, die nicht genutzt wird wenn ich nur wenig laufe oder Pause mache.
In dieser Situation reagiert mein starker, sich nach Nähe sehnender, unausgelasteter Körper mit Geilheit. Sex wäre nach einem Tag mit wenig körperlicher Anstrengung und noch weniger Erfolgserlebnissen eine Möglichkeit den Körper zu befriedigen. Er wäre danach ausgelastet, der Stolz wäre Befriedigt, hätte Nähe bekommen und würde so eine selige Befriedigung erzeugen.

Doch kann ich nicht die Energie umleiten oder aufsparen für einen neuen Tag und mit mir zufrieden sein? Einfach so?

Erkenntnis

17. Nov, 2008

Heute morgen laß ich ungefähr folgendes von Pater Kolumban:
„Religiöse Traditionen dienen dazu die Einheit der Gemeinschaft in sich und mit Gott zu stärken.“
Dieses Zitat hat mich lange beschäftigt: Die Folge dieser These ist, dass wenn ich mit einer Tradition (Kopftuch, Kruzefix, Beschneidung …) breche oder gegen sie etwas sage, dann vermittle ich den Anhängern der Tradition viel mehr als eine Abneigung der Tradition selbst, denn es vermittelt, dass ich einen DER Faktoren, der die Gemeinschaft subjektiv ausmacht, dieser abspreche. Damit vermittle ich eine Ablehnung gegenüber einer Gruppe Menschen.
Aus diesem Grund haben sich längst veraltete Traditionen gehalten. Kein Theologe würde heute einen Menschen, der das Vaterunser nicht kann, als ungläubig bezeichnen, wenn er sonst an Gott glaubt. Aber es gehört nun mal dazu. Obwohl eigene Gebete sicher viel mehr mit dem Glauben anstellen als runtergeleiherte.
Aus der Sicht eines religiösen Oberhaupts: was kann ich tun um die Glaubenseinrichtung (zb Kirche) zu modernisieren, aber gleichzeitig die Menschen, die ihr ganzes Leben lang ihren Glauben durch veraltete Traditionen nähren, nicht vor den Kopf stoßen?

Chancen für Bayern

02. Sep, 2008

Die ÖDP hat sie eine einstweilige Verfügung gegen den Wahl-o-mat in Bayern eingereicht. Sie ist im Wahlomat nicht vertreten. Das Kultusministerium habe das Prinzip der Wahlrechtsgleichheit verletzt, behauptet ÖPD-Geschäftsführer Urban Mangold. „Die ÖDP darf nicht durch willkürliche Entscheidungen der Behörden ausgegrenzt werden.“ So die Pressemitteilung weiter.

Doch so ganz willkürlich ist diese Entscheidung auch nicht gewesen. Schon bei der letzten Bundestagswahl standen die Kriterien fest, die auch bei diesem Wahlomat wieder verwendet werden. Es kommen Parteien rein, die schon im Parlament sitzen und / oder welche die bei der Sonntagsumfrage über 3 % kommen. Und beides ist bei der ÖDP nicht der fall. 

Der Fall liegt jetzt beim Verwaltungsgericht. Es ist noch unklar, ob der Wahlomat überhaupt online gehen kann.

Interessanterweise hat damit die ÖDP das Gegenteil davon erreicht, was eigentlich ihr Interesse sein sollte. Sollte es nicht das wichtigste Interesse für jede nicht-Regierungspartei sein, Bewegung in die Parteien-Landschaft zu bringen, also einen (teil-)Regierungswechsel anzustreben? Denn erst dann haben andere Parteien die Möglichkeit, wieder stark in den politischen Prozess mit eingebunden zu werden. 

Der Wahlomat ist aus meiner Sicht eine große Chance für die Oppositions-Parteien Bayerns (ob im Parlament oder nicht), denn er macht deutlich, wo die Unterschiede zwischen den Parteien liegen. Und das ist sehr gefährlich für eine Partei, die sich in alle Richtungen profilieren muss, weil sie eine so breite Masse vertritt. Sie kann es nicht allen recht machen.

Man könnte vermuten, die ÖDP habe ein Interesse daran, die Verteilung der Mehrheiten im bayerischen Parlament beizubehalten. Ich glaube nicht das die ÖDP das will. Ich glaube eher, die ÖDP ist geprägt von einem jahrelangem Kampf in einem Land, das seit fast 40 Jahren von einer Partei regiert wird, so dass die stärksten Machtkämpfe innerhalb dieser Partei stattfinden.

Im Zweifel für den Angeklagten

08. Jul, 2008

Wie Gulli.com berichtet, muss ich für Menschen die über mein offenes Wlan ins Internet gehen nicht per se haften.
Wäre ja auch Quatsch, denn man kann mir ja nicht beweisen, dass ich illigale Dinge getan habe wenn es jeder tun kann.

kinderinterview zur überwachung

08. Jul, 2008


Das ist wirklich süß, die Antworten der Politiker sind größtenteils Müll.

Wirklich schade!

gefunden bei gulli.com

Nürnberg

08. Jul, 2008

Ich zitiere mal mich selber, so einen schlechten Witz habe ich noch nie gemacht:

Ich bin gerade in der Stadt der der Reichsparteitage und der Nürnberger Prozesse in der Gustav-Adolf-Straße in eine Führer-lose-U-Bahn eingestiegen. 

War wie Achterbahn fahren, ein bisschen schlecht ist mir geworden.

Leider ist es extrem schwierig dort eine Drehgenemigung zu bekommen, wäre irgendwie lustig das zu filmen.

ich kann nicht mehr

19. Jun, 2008

alter, das war ein spannendes, gutes Spiel zweier fast gleichstarker Gegner.

Und das mit Fieber!

geil.

Mathematische Modelle im Fußball

19. Jun, 2008

Sowas finde ich ja besonders interessant: Die Wahrscheinlichkeit, unserer Nationalmannschaft, diese EM zu gewinnen liegt bei 22 %. Das sagen VWLer. Hier nachzulesen:

http://www.netzeitung.de/sport/em2008/1043478.html

Glück auf, Jungs! Es klappt auch ohne nur mit Jogi …

keine Italiener am Prenzelberg

17. Jun, 2008

Jetzt haben die Italiener gerade 2:0 gewonnen, aber ich höre keine Hupen keine Rufe, nichts. Wo sind die Italiener am Prenzelberg? Dass es hier keine Holländer gibt glaube ich ja, aber wo sind die Italiener?

Meine Einschätzung zur Keynote

07. Jun, 2008

Es wird ein neues iPhone kommen. Natürlich. Auch eine neue .mac-version. Das iPhone wird UMTS haben, eventuell eine zweite Kamera oder eine zum drehen. Es wird eine Windows-Anbindung von .mac geben, ganz besonders von iChat, weil auch iChat fürs iPhone kommt.
GPS ist nicht nötig und zu stromfressend. Mit der Technik von Google-Maps lässt sich schon jetzt location-based service betreiben, warum eine Technik einbauen, die Signale empfangen muss, die mehrere Tausend KM aus dem All kommen? Das wird nicht passieren, wäre Unsinn.
So viel hierzu. Sozusagen als Antwort.
Wer erfahren will, ob ich recht habe,
einfach am Montag ab 17:30 die Keynote hören.

Update – neues Bild:
gefunden bei endgadet.com